30 Jahre MuseumsJournal

30 Jahre, 120 Ausgaben – das MuseumsJournal hat eine lange Geschichte!

Keine Selbstverständlichkeit, wo Printmedien sich seit einiger Zeit auf dem Markt gegen die wachsende  Online-Konkurrenz durchsetzen müssen. Das MuseumsJournal hat seinen festen Platz bei der Leserschaft, und dabei gleichermaßen bei Fachfremden wie Fachkundigen.

Doch zurück zum Anfang: Begonnen im August 1987, machte es sich der Museumspädagogische Dienst mit dem MuseumsJournal zur Aufgabe, die Museen des Landes Berlin vorzustellen, über ihre Arbeit und den Museumsalltag zu berichten und Sonderausstellungen zu präsentieren. Seitdem hat sich das MuseumsJournal in der Regelmäßigkeit seines vierteljährlichen Erscheinens immer wieder erweitert und verändert. 1989 kamen die Staatlichen Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hinzu – ein großer Schritt und eine wichtige Erweiterung, wodurch die gesamte (West-)Berliner Museumslandschaft in ein und derselben Publikation in den Blick genommen werden konnte. Im Juli 1990 kam dann die Wiedervereinigung der Museen im West- und im Ostteil der Stadt im Journal, eine erneute Erweiterung in Inhalt und Umfang und ein museumspolitisch bedeutender Schritt dazu.

Seit Herbst 2006 – immerhin auch schon über zehn Jahre – darf nun Kultprojekte Berlin das MuseumsJournal herausgeben, die landeseigene GmbH, die aus dem Zusammenschluss von Museumspädagogischem Dienst und Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH hervorgegangen ist. In dieser Zeit hat sich das MuseumsJournal immer wieder modernisiert und neue Rubriken und Formate entwickelt. Der Kern aber ist geblieben, ebenso wie die gute Zusammenarbeit mit den Museen. Der Kern, das sind die Berichte über Ausstellungen und neueste Forschungen, und zwar aus erster Hand. Bei uns kommen die Kurator*innen und Direktor*innen selbst zur Wort, das ist das Einzigartige beim MuseumsJournal. Wir berichten über Ausstellungen, bevor sie eröffnen, und zwar in aller Ausführlichkeit. Dies ist nur möglich, weil wir Hand in Hand mit den Museen arbeiten.

Mit unseren Themen und Schwerpunkten sind wir möglichst nah am Zeitgeist, wir spüren das auf, was die Museumswelt und die Stadt bewegt. So auch in unserer aktuellen Ausgabe, die wir der großen Künstlerin Käthe Kollwitz gewidmet haben: Sie feiert in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag, während das Kollwitz-Museum um seinen Standort in Berlin-Charlottenburg bangen muss.

Geblieben sind auch unsere treue und aufmerksame Leserschaft. Wenn das Heft einmal zu spät kommt, und sei es nur einen Tag, dann klingeln die Telefone im Vertrieb heiß. Wo bleibt das MuseumsJournal? Und wenn uns als Redaktion doch einmal ein Fehler in einem Artikel durchrutscht, so können wir sicher sein, dass er einem Leser oder einer Leserin auffällt. Das MuseumsJournal ist – auch wenn wir, unsere Grafik und die Druckerei höchste Sorgfalt in die Gestaltung legen – nicht allein ein Coffee Table Book, es wird gelesen. Intensiv gelesen!

30 Jahre MuseumsJournal, das ist ein Stapel regenbunter Hefte und ein in der deutschen Museumslandschaft singulärer Reigen. Was wäre, wenn es das MuseumsJournal nicht mehr gäbe?, fragte sich einer unserer langjährigen Autoren in unserer 100. Ausgabe. „Die Berliner Museumslandschaft vom Technik- über das Naturkundemuseum erschiene nicht mehr so selbstverständlich mit den Kunst- und Archäologiemuseen verwoben; Brücke-, Bröhan-, Kolbe- oder Stadtmuseum würden vielleicht vom Deutschen Historischen Museum in den Schatten verdrängt. Sanssouci erschiene manchem mehr als Park denn als Teil dieses Museumsgefüges.“  

Es ist eine lange Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte. Und wir sind stolz darauf, sie ein Stück weit mitgeschrieben zu haben. Und weiterschreiben zu dürfen.

Autorin Nina Szymanski ist Chefredakteurin des MuseumsJournals.

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