Kunst im Film

Open-Air-Filmreihe des MuseumsSommers im Podewil

Der Reiseschreibtisch des freischaffenden MuseumsJournal-Redakteurs steht gerade in Südfrankreich.  Platanengesäumte Alleen, gefiltertes Sonnenlicht, ein Gris, dessen Kühle das Glas beschlagen lässt, was will man mehr? Die spärlich empfangenen Wetternachrichten aus Deutschland verheißen nichts Gutes für die kleine Open-Air-Filmreihe, die mit diesem Text angezeigt werden soll: Regen und knapp 20 Grad, eine Kollegin sprach von Mistwetter, on verra.

Doch dieser Text will nicht vom Wetter handeln, sondern von Filmen. Von der Open-Air-Filmreihe, die im Rahmen des MuseumsSommer von der Redaktion des MuseumsJournals ins Leben gerufen und mit großem Erfolg durchgeführt wurde. Standen damals die Museen der großen europäischen Metropolen im Mittelpunkt, sind es jetzt die Künstlerinnen und Künstler, denen sich die sieben Dokumentarfilme widmen,  die jeden Mittwoch vom 19. Juli bis zum 30. August im Garten des Podewil im Rahmen von Kunst im Film gezeigt werden. Im letzten Jahr öffneten sich gewöhnlich verschlossene Museumsportale und -hintertüren, dieses Jahr öffnen sich die nicht weniger versiegelten Tore zu den Ateliers von Gerhard Richter, Boris Lurie, Neo Rauch und Oda Jaune. Große, Licht durchflutete Hallen, eine dunkle, höhlenartige Behausung in New York und ein geschmackvolles Atelier in Paris sind die Orte, an denen die Filmemacherinnen und Filmemacher versuchen, den kreativen Akt des Malens einzufangen und an denen sie mit diesem Vorhaben eigentlich auch  scheitern. Doch dieses Scheitern wird genutzt, um dem jeweiligen Menschen hinter dem Künstler nahezukommen, zu erfahren, was sie oder ihn antreibt, was Inspiration verschafft.

Die drei anderen Filme handeln von zwei bereits verstorbenen Künstlerinnen, der Fotografin Abisag Tüllmann und der Bildhauerin Eva Hesse sowie von der Faszination, eines Gemäldes von Hieronymus Bosch. Der spanische Filmemacher José Luis Lopéz-Linares  hat Historiker, Philosophen, Kuratoren, Künstler und Restauratoren eingeladen, uns ihre Deutungen des »Gartens der Lüste« vorzustellen. Claudia von Alemann nähert sich anhand von 500 Aufnahmen dem Werk ihrer Freundin Abisag Tüllmann und Marcie Begleiter benutzt Tagebucheintragungen von Eva Hesse und Interviews mit Wegbegleitern und Kollegen, um Hesses viel zu kurzes künstlerisches Leben und ihr Werk zu beleuchten.

Sollte das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen wollen, dann lassen wir das nicht zu und zeigen die Filme im Foyer des Podewil. Aber noch bin ich zuversichtlich, dass sich die Berliner Wettermisere zum Guten wendet und wir sieben laue Sommerabende im Garten des Podewil mit Filmen über Kunst und Künstler erhellen können. Aus der fernen Hitze Südfrankreichs betrachtet stört  nur der Regen, die etwas geringeren Temperaturen wären hier gerade sogar ein Segen.

Einlass ab 20 Uhr, Beginn 21.15 Uhr
Eintritt 5 €
Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im Foyer des Podewils statt.
Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin

Übersicht aller Filme

Der Autor Christoph Tempel ist freischaffender Redakteur des MuseumsJournal.

Share