Vier Projekte mit einer Klappe

Seit 2016 existiert das neue Berliner Beratungszentrum für Kulturförderung und Kreativwirtschaft KREATIV KULTUR BERLIN. Eine Bestandsaufnahme.

Wie schnell doch ein Jahr vergeht: Im Januar 2016 haben wir das neue Beratungszentrum für Künstler, Kulturschaffende und die Kreativwirtschaft in Berlin ins Leben gerufen: Kreativ Kultur Berlin. Seitdem ist viel passiert, das Projekt ist gewachsen. Kreativ Kultur Berlin vereint die bisherigen Projekte Kulturförderpunkt Berlin, Creative City Berlin und Crowdfunding Berlin. Hinzugekommen ist die Kreativwirtschaftsberatung Berlin (hervorgegangen aus dem Kompetenzzentrum des Bundes). „Ich bin froh, Teil des Teams zu sein und in Zusammenarbeit mit dem Kulturförderpunkt Berliner Kulturakteure und Kreativunternehmer noch individueller unterstützen zu können, denn bekanntlich schlagen immer zwei Herzen in der Brust der Kultur- und Kreativschaffenden“, so Melanie Seifart, Projektmanagerin der Kreativwirtschaftsberatung Berlin. „Das Tolle ist, dass wir nun auch breitere Themenfelder anbieten können und noch mehr Leute erreichen als zuvor“, ergänzt Laura Seifert, Projektleiterin vom Kulturförderpunkt Berlin.

Aber noch mal auf Anfang: Was ist Kreativ Kultur Berlin? Es ist die zentrale Anlaufstelle für Künstler, Kulturschaffende und Kreative in Berlin. Wir bieten den Kulturakteuren und Kreativunternehmen ein Beratungs- und Vernetzungsangebot, das passgenau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Kreatives Schaffen lässt sich  schwierig einordnen. Häufig spielt es sich an der Schnittstelle von gemeinnütziger Kulturarbeit und selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit ab. Crowdfunding und -investing gewinnen an Bedeutung, wenn es um die Markttauglichkeit von neuen Geschäftsideen bzw. kreativen Angeboten geht. Kreativ Kultur Berlin sorgt für den nötigen Überblick und sondiert verschiedenste Finanzierungsmöglichkeiten. In der Praxis heißt das: Wir beraten zu Kulturförderung, Wirtschaftsförderung, aber auch zu alternativen Finanzierungsformen wie Crowdfunding oder Crowdinvesting. In persönlichen Gesprächen klären wir erste Projektideen und Unternehmensvorhaben. Wir organisieren Informationsveranstaltungen, Workshops, Netzwerkabende und bieten digitale Angebote zur Vernetzung und Unterstützung.

Angefangen hat alles 2007 mit Creative City Berlin, der zentralen Plattform für Kulturschaffende und die Kreativwirtschaft in Berlin. Aus einer übersichtlichen FAQ-Seite zu Förderprogrammen aus Berlin entwickelten wir eine Community-Plattform mit über 13.000 Profilen. Sie umfasst eine der größten Jobbörsen für Kulturschaffende in Deutschland und einen üppigen Veranstaltungskalender. 2013 riefen wir ergänzend den Kulturförderpunkt ins Leben: Eine Direktberatung für Berliner Kulturschaffende, Künstler, Projektinitiatoren und Akteure der freien Szene, die Informationen zur Kulturförderung und -finanzierung suchen. Die dazugehörige  Datenbank umfasst inzwischen über 400 Förderprogramme zu Stipendien, Projektförderungen oder Stiftungen für Kulturschaffende. Regelmäßig laden wir Förderer ein, auf Informationsabenden ihre Programme vorzustellen und Fragen zur Antragsstellung zu beantworten. Zudem organisieren wir den Erfahrungsaustausch der Akteure untereinander mit Netzwerkveranstaltungen wie z.B. „Wie fange ich an?“ Seit 2014 bündeln wir auf einer Überblicksplattform Infos rund um Crowdfinanzierung, Berliner Crowdfunding-Kampagnen sowie Netzwerke und Berater. 2016 folgte eine unabhängige und kostenlose Beratung für Crowdfunding und eine Direktberatung für Selbständige der Kreativwirtschaft. Das alles ist seit 2016 unter dem Dach Kreativ Kultur Berlin vereint. Vier Projekte mit einer Klappe.

Was ist alles neu?
Die Crowdfunding-Erstberatung ist erfolgreich angelaufen und nimmt weiter Fahrt auf. Creative City Berlin bietet analog zur Jobbörse eine Projektbörse für freie Räume, Equipment zum Verleihen, Business- und Know-how-Transfer. Im CCB Magazin porträtieren wir Köpfe dieser Stadt und bilden Diskurse ab. Melanie Seifart von der Kreativwirtschaftsberatung berät im Podewil, aber auch auf Veranstaltungen und Sprechtagen in der ganzen Stadt. Außerdem lancieren wir neue Veranstaltungsformate wie SUPPORT Your Local Music Scene. Berlins erstes Musikforum brachte erstmals Förderer, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen, digitale Tools und Netzwerke zusammen, die sich der Berliner Musikszene präsentierten.

Kreativ Kultur Berlin ist mit seinem breiten Spektrum ein Modell für ähnliche Angebote in anderen Städten und Bundesländern. Folgerichtig haben wir im November 2016 den ersten Runden Tisch der Beratungsstellen Kulturförderung und Kreativwirtschaft initiiert und hierzu Kolleginnen und Kollegen zum Austausch eingeladen.

Last but not least haben wir ein Siegel für Querdenker, Projektemacher und Unternehmen initiiert: „Berlin‘s Best“. Für die, die es gut machen. Die es besser machen. Die neue Wege einschlagen, Lösungen anbieten und Dinge voranbringen. Die einen Mehrwert für andere schaffen - Berlin’s Best ist eine Hervorhebung von Ideen und Vorhaben mit Vorbildcharakter. Zu den Auserwählten gehören bislang u.a. Public Art Lab, FAHRER Berlin, Nikola Richter (mikrotext), Sourcebook, Lofelt oder bi’bak e.V. Weitere folgen.

Wie geht’s weiter?
„In diesem Jahr wollen wir gezielt Touren zu Berlin‘s-Best-Akteuren für Interessierte und Journalisten anbieten“, sagt Sarah Langnese, neu im Team und verantwortlich für das Veranstaltungsmanagement und die Pressearbeit. Der Kulturförderpunkt plant neue Veranstaltungsformate, darunter einen Thementag rund um junge Förderkreise von Kultureinrichtungen. Es geht um Vernetzung, Austausch, Information und Diskussion. Die Kreativwirtschaftsberatung organisiert weitere Sprechtage an neuen Orten und Veranstaltungsreihen zu neuen Themen, eins war kürzlich "Venture Capital für Kreativwirtschaftsunternehmen". Creative City Berlin wächst weiter und wir planen eine Qualitätsoffensive: Partner werden zu Kuratoren und empfehlen andere. Thematisch soll es verstärkt um soziale und Nachhaltigkeitsthemen gehen. Und bei euch? Besucht uns doch mal. Wir sitzen ganz nah am Alex, im Podewil in der Klosterstraße. 

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