WER WAR DABEI?

ZEITZEUG*INNEN-AUFRUF

Anlässlich des 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls suchen wir Menschen, die die historischen Ereignisse 1989 live und vor Ort miterlebt haben. Die Geschichten der Zeitzeug*innen, ihre Erlebnisse, Eindrücke und Hoffnungen wollen wir zum festen Bestandteil der diesjährigen Feierlichkeiten machen.

Das Jubiläum 2019 wird an entscheidenden Schauplätzen der Friedlichen Revolution gefeiert. Daher sollen dort auch die Menschen zu Wort kommen, die an diesen Orten erlebt haben, wie Geschichte geschrieben wurde – oder die gar selbst Geschichte schrieben. Wir wollen ins Gespräch mit ihnen kommen, ihre Geschichten hören und mit ihnen zusammen einem breiten Publikum präsentieren. Wie haben die Menschen auf den Straßen, in den Kirchen, auf den Plätzen die Ereignisse 1989/90 erlebt? Welche Hoffnungen hatten sie? Und welche Ängste? Welche Erwartungen haben sich erfüllt und welche wurden vielleicht auch enttäuscht?

An sieben Orten, die stellvertretend für bestimmte Phasen der Friedlichen Revolution stehen können, werden in einer Festwoche vom 4. bis 10. November 2019 die Friedliche Revolution und der Mauerfall gefeiert:

Die Gethsemanekirche wurde Anfang Oktober 1989 zu einem wichtigen Ort der Oppositionsbewegung: Hier wurden Mahnwachen und Gottesdienste für die Freilassung der bei Demonstrationen Festgenommenen organisiert. Ein Kontakttelefon vernetzte Bürgerrechtsgruppen im ganzen Land und die Kirche entwickelte sich zum wichtigen Informations- und Medienzentrum.

Auf dem Alexanderplatz fand am 4. November 1989 die größte nicht-staatlich organisierte Demonstration der DDR-Geschichte statt. Auch in den vorangegangenen Wochen und Monaten wurde der zentrale Platz immer wieder für Protestaktionen gegen das SED-Regime genutzt.

Auch wenn es am Brandenburger Tor keinen offiziellen Grenzübergang gab, hier versammelten sich seit dem 9. November immer wieder Tausende, um die Öffnung der Grenze erst zu erzwingen, dann zu feiern und schließlich durch den selbstbestimmten Abbau der Mauer unwiderrufliche Tatsachen zu schaffen. Das Symbol der Teilung Berlins, Deutschlands und Europas wurde in diesen Tagen zum internationalen Wahrzeichen der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“.

Der Kurfürstendamm wurde am 10. November 1989 zum Ort der Begegnung. Zehntausende DDR-Bürger*innen zog es in den ersten Tagen nach der Grenzöffnung auf den berühmten Boulevard, der wie kaum ein anderer Ort die Versprechen von Freiheit und Wohlstand verkörperte.

Die Stasi-Zentrale in der Ruschestraße war der Hauptsitz des Ministeriums für Staatsicherheit. Mit der Besetzung des Gebäudes am 15. Januar 1990 durch Bürgerrechtler*innen war das Ende des Unterdrückungsapparats der SED besiegelt und die Aufarbeitung der Stasi-Verbrechen konnte beginnen.

Ab Februar 1990 eigneten sich Künstler*innen mit der East Side Gallery nicht nur ein Stück der Mauer, sondern auch einen wesentlichen Teil der Stadtgeschichte an. Gleichzeitig prägten sie so den Aufbruch in eine Entwicklung der Stadt, die bis heute maßgeblich durch künstlerische Freiheit und Vielfalt, aber auch durch das Spannungsverhältnis zwischen Freiräumen und Kommerzialisierung, Kunst und Vermarktung gekennzeichnet ist.

Der Palast der Republik war als Sitz der DDR-Volkskammer immer wieder Ziel von Protestaktionen. Wie kaum ein anderer Ort stand „Erichs Lampenladen“ für die Scheindemokratie des SED-Regimes und seinen totalen Machtanspruch. Ebenso symbolisiert dieser Ort einen der größten Erfolge der Friedlichen Revolution, da hier nach der ersten und einzigen freien Wahl der DDR-Geschichte das erste demokratisch gewählte Parlament der DDR seinen Sitz hatte.

Waren Sie 1989/90 dabei, als der Mut und die Hoffnung der DDR-Bürger*innen das SED-Regime und die Mauer zu Fall brachten? Waren Sie an einem der aufgeführten Orte oder verbinden Sie bestimmte Erinnerungen mit einem oder mehreren dieser historischen Schauplätze? Haben sie vielleicht sogar Fotos geschossen, die Sie teilen möchten? Oder haben sie eine persönliche Verbindung zu den angesprochenen Themen? Dann würden wir uns freuen, von Ihnen und Ihren Erlebnissen zu hören und gemeinsam mit Ihnen die Geschichte der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls weiterzuschreiben.

Melden Sie sich gerne bei:

Monika Schmidt
m.schmidt@kulturprojekte.berlin
+49 (0)30 24749-761

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