Im November 2018 jähren sich der Beginn der Revolution und das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Die Revolution ermöglichte – das erste Mal in der deutschen Geschichte – die Durchsetzung entscheidender sozialer und individueller Grundrechte. Sie markierte eine wichtige Phase im Kampf für Demokratie und Frieden und legte einen der Grundsteine für unser gegenwärtiges politisches System.

Über 250 Ausstellungen und Veranstaltungen in ganz Berlin erinnern an diese historischen Ereignisse und verknüpfen sie dabei mit aktuellen Debatten. Der Themenwinter ist eine Kooperation von mehr als 60 Partnern. Darunter sind Museen, Geschichtsvereine, Forschungsinstitutionen, Gedenk- und Bildungsstätten, Künstler*innen, Galerien, Theater und weitere Institutionen. Tiefgründig und abwechslungsreich bietet der Themenwinter Zugang zu Hintergründen, Widersprüchen und Fakten der damaligen Zeit. Gleichzeitig spiegelt er unsere bewegte Gegenwart und demokratische Verfasstheit.

Dies geschieht entlang der entscheidenden Erreignisse der Revolutionszeit und daraus abgeleiteten Themenfeldern: Versammelt Euch! Macht Frieden! Mischt Euch ein! Informiert Euch! Keine Gewalt! Beteiligt alle! Solidarisiert Euch! Diese knappen Aufrufe stehen beispielhaft  für damalige Forderungen, die zur politischen Beteiligung aufriefen und auch heute noch Gültigkeit haben: Themen wie Pressefreiheit, Fake News, Populismus, politische und soziale Teilhabe, das Recht auf Leben und  Selbstbestimmung wurzeln ungeahnt tief in der Revolutionszeit.

100 ORTE – 100 GESCHICHTEN

Von November 2018 bis März 2019 ruft der Themenwinter in Erinnerung, was damals in Berlin geschah. 100 Stadtmarkierungen in allen Bezirken beleuchten die lokalen Ereignisse und Akteur*innen und machen so Weltgeschichte an authentischen Orten erfahrbar. Ihre jeweiligen Geschichten sind auf der Projekt-Website abrufbar. Zum Beispiel die Geschichte der Künstlerin Käthe Kollwitz, die im Januar 1919 neben der aufgebahrten Leiche Karl Liebknechts im Leichenschauhaus in der Hannoverschen Straße 6 sitzt und Skizzen für ihr berühmtes Kunstwerk „Gedenkblatt für Karl Liebknecht“ anfertigt. Oder die der sogenannten „Blutweihnacht“, bei der eine verweigerte Lohnauszahlung zu einer Entführung und diese wiederum zum Beschuss des Schlosses und des Marstalls führte.

REVOLUTIONSZENTRUM

"Die Woche beginnt mit der Revolution": Kulturprojekte Berlin verwandelt den Sitz der Gesellschaft, das Podewil in der Klosterstraße 68, in ein Revolutionszentrum, wo zusammen mit verschiedenen Partnern immer montags debattiert und diskutiert, gedacht, getanzt oder gefeiert wird.

MÖBELWAGEN UND AKTIONEN IM STADTRAUM

Auf historischen Fotos ist zu sehen, dass die Revolutionär*innen damals auch Möbelwagen nutzten, um Barrikaden zu errichten. Ein originaler historischer Möbelwagen, Baujahr 1918, ist zentrales Element der Kunstaktionen sowie des historisch-politischen Bildungsprogramms im Stadtraum. Er wird als mobiler Informationsraum mit interaktiven Elementen in der Stadt unterwegs sein und an verschiedenen Plätzen der Berliner Innenstadt Station machen, so zum Beispiel am Alexanderplatz. Ausgehend von den konkreten historischen Ereignissen füllen heutige Akteur*innen die Appelle der Aufständischen in Kunstaktionen mit neuem Leben: So eröffnet die Künstlergruppe Tools for Action den Themenwinter mit einer choreografische Performance mit dutzenden Akteuren und leuchtenden Elementen durch Berlins Mitte, der sich alle Interessierten anschließen können. Das Künstlerduo Plastique Fantastique baut den historischen Möbelwagen mit Hilfe einer „transparenten, pneumatischen Architektur“ zum Begegnungsort aus – den die japanische Installationskünstlerin Chiharu Shiota im Februar auf ihre Weise inszenieren wird. Menschen- und Freiheitsrechte sind das Thema der Künstlerin Christiane ten Hoevel, die mit ihrer Aktion „Anzetteln“ das Projekt u.a. am Möbelwagen begleitet und Berliner*innen zu Wort kommen lässt.

Kontakt

Jaana Prüss, Projektleitung 100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19

Carla Barzen, Projektmanagement 100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19

Dr. Bjoern Weigel, Projekte und Veranstaltungen (Wiss. Mitarbeiter)

Partner & Förderer

GEFÖRDERT DURCH:

Medienpartner
Berliner Zeitung
taz
tip Berlin

Zitty

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