Eine Million Menschen, Berliner*innen und Gäste aus der ganzen Welt, haben die Festivalwoche „30 Friedliche Revolution – Mauerfall“ vom 4. bis 10. November 2019 besucht. Über zweihundert Veranstaltungen an sieben Originalschauplätzen wurden täglich von tausenden von Gästen besucht. Die Hauptstadt verwandelte sich an sieben Tagen in ein großes Open-Air-Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände. Die Festivalwoche würdigte damit das Engagement der Menschen, die 1989 für Freiheit auf die Straße gingen und im Zuge der Friedlichen Revolution die Welt veränderten.

Eine Woche zum Erinnern, Diskutieren und Feiern

Die Festivalwoche machte Geschichte an sieben Tagen an sieben Orten der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls dort erlebbar, wo sie einst stattgefunden hat: Orte, die bis heute an Schlüsselereignisse erinnern beim Sturz des SED-Regimes, an die Courage der Menschen, die sich gegen die Diktatur stellten sowie an den demokratischen Aufbruch in eine neue Zeit. Der 30. Jahrestag war Anlass zum Feiern, aber auch eine Gelegenheit, um der Opfer der SED-Diktatur zu gedenken und offen und kritisch über Gegenwart und Zukunft zu streiten und gemeinsam an den Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten. Als Schauplätze der Festivalwoche wurden sieben historisch bedeutende Orte der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls in Berlin ausgewählt: Gethsemanekirche, Alexanderplatz, Brandenburger Tor, Kurfürstendamm, Stasi-Zentrale, Schlossplatz und East Side Gallery. Dort besuchten die Gäste an jedem Tag der Festivalwoche rund um die Uhr geöffnete Open-Air-Ausstellungen. Musik, Kino, Theater, Lesungen, Performances, Zeitzeug*innen-Führungen und viele weitere Highlights stießen auf immensen Zuspruch und waren größtenteils ausgebucht.

Beeindruckende 3D-Videoprojektionen in den Abendstunden

Unzählige Menschen genossen an jedem Abend der Festivalwoche die besondere Atmosphäre an den Orten, an denen Gebäudefassaden mit 3D-Videoprojektionen spektakulär beleuchtet wurden. Dieses Medienkunsterlebnis machte die Ereignisse von 1989/90 an den Schauplätzen der Friedlichen Revolution erlebbar und zwar an der Gethsemanekirche, dem Alexanderplatz, am Kurfürstendamm, der Stasi-Zentrale, am Schlossplatz und der East Side Gallery. Historische Filmaufnahmen wurden dafür mit eindrucksvollen Licht- und Soundeffekten kombiniert. So wurden beispielsweise auf dem Alexanderplatz die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen hunderttausender Demonstrant*innen erlebbar, die hier am 4. November 1989 selbstbewusst der SED-Führung die Stirn boten.

Open-Air-Ausstellungen: Geschichte rund um die Uhr

Open-Air-Ausstellungen an den sieben Originalschauplätzen der Festivalwoche erinnerten dort an die Geschehnisse im Herbst 1989 und blicken auch auf die Ursachen und Folgen der Friedlichen Revolution über Ländergrenzen hinaus. In einem großangelegten Zeitzeug*innenprojekt wurden Menschen, die damals dabei waren, befragt. Auch bislang vergessene Perspektiven wurden hör- und sichtbar. Von der Bürgerrechtlerin über den Pastor bis zum Vertragsarbeiter und zum Journalisten für das West-Fernsehen: Zahlreiche Zeitzeug*innen erzählten, wie sie die diese Zeit erlebt haben. Die Ausstellungen wurden täglich von tausenden von Menschen von morgens bis spät in die Nacht besucht.

Das Veranstaltungsprogramm sorgte für volle Programmpavillons

Über den gesamten Festivalzeitraum fanden an allen sieben Orten an sieben Tagen weit über zweihundert Veranstaltungen statt. Dazu zählten zahlreiche Konzerte verschiedener Genres von Klassik über Punk und Blues bis Rock, Theaterstücke, Lesungen, Diskussionen, Workshops, Performances, Audiowalks, Poetry Slams, Zeitzeug*innen-Führungen und viele weitere Formate zum Mitmachen. Das vollständige Programm ist im umfangreichen Veranstaltungskalender archiviert.

Der Abend des 9. November: Erinnern und feiern

Als Höhepunkt der Festivalwoche wurde am Abend des 9. Novembers eine Bühnenshow vor dem Brandenburger Tor gefeiert – dem Symbol der Teilung, das vor 30 Jahren zum Sinnbild der Freiheit wurde, für die Hunderttausende ihre Stimmen erhoben. Zur Show vor einem imposanten Videodome versammelten sich rund 100.000 Besucher*innen, mehrere Millionen Menschen sahen die Live-Übertragung im ZDF. Bei der etwa zweistündigen Inszenierung mit Schauspiel-, Musik- und Tanzperformances traten musikalische Acts wie Westbam, Anna Loos, Trettmann, Dirk Michaelis, Zugezogen Maskulin, Die Zöllner und die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim auf. Aber auch Zeitzeug*innen teilten ihre Erinnerungen auf der Bühne. Eröffnet wurde der Abend mit einer Begrüßung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Michael Müller sowie Ansprachen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und der Bürgerrechtlerin und ehemaligen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Marianne Birthler. Konzipiert wurde die Show unter der Regie von Sven Sören Beyer vom Berliner Künstlernetzwerk phase7 performing.arts. Westbam leitete mit einer After-Show-Party in die Europäische Clubnacht über, die in 27 Berliner und in 27 europäischen Clubs gefeiert wurde.

Die Kunstinstallation „Visions in Motion“ begeisterte weltweit

Hunderttausende Menschen erhoben während der Friedlichen Revolution mutig ihre Stimme und bereiteten damit den Weg zur Öffnung der Mauer vor. In Anlehnung an die Transparente, mit denen die Bürger*innen bei den Demonstrationen der Friedlichen Revolution ihre Wünsche und Forderungen zum Ausdruck brachten, schwebte während der Festivalwoche die Kunstinstallation „Visions in Motion“ von Patrick Shearn, Poetic Kinetics am Brandenburger Tor, in welcher 30.000 Botschaften von Menschen aus aller Welt eingearbeitet wurden. Die Kunstinstallation entwickelte sich während der Festivalwoche zum Publikumsmagneten, zu dem täglich Tausende von Menschen pilgerten, um Fotos zu machen, die Botschaften zu lesen und vor Ort weitere Nachrichten auf die Botschaftsbänder zu schreiben.
Hier sind alle digital eingereichten Botschaften archiviert.

Geschichte in Augmented Reality

Geschichte virtuell erleben auf ganz neue Art und Weise: Dafür wurden für die Festivalwoche zwei innovative Online-Formate angeboten. Die App MauAR, die man auch nach der Festivalwoche nutzen kann, holt die Mauer mit Augmented Reality aufs Smartphone oder Tablet. So kann man die Entwicklung vom improvisierten Stacheldrahtzaun bis zur meterhohen Betonwand mit Todesstreifen nachvollziehen. Die Mauer wird damit erstmals auf ihrer Gesamtlänge von 160 Kilometern rund um Westberlin erlebbar gemacht. In fünf Sonder-Episoden wurden zudem anlässlich der Festivalwoche die Geschehnisse an den Originalschauplätzen nacherzählt. MauAR gibt es kostenlos unter www.mauar.berlin.

Erlebbar wurde Geschichte auch mit über 30 Augmented-Reality-Stories. Sie wurden per QR-Code über den Facebook-Messenger an historischen Orten aktiviert. Die User trafen so auf Skateboarder an der East Side Gallery, begleiteten die Mauerspechte am Brandenburger Tor. Auch das weltbekannte Wandgemälde von Birgit Kinder an der East Side Gallery, auf dem ein Trabi die Mauer durchbricht, wurde auf diese Weise zum Leben erweckt.

 

Ein Gesamtprojekt der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stiftung Berliner Mauer, der Robert-Havemann-Gesellschaft und vielen weiteren Partner*innen, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie unterstützt von H&M und der Berliner Sparkasse. Außerdem: Wall GmbH und STRÖER, Stromnetz Berlin GmbH und Berliner Wasserbetriebe.

Kontakt

Susanne Galle, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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