Die Berliner Festivalwoche vom 4. bis 10. November widmet sich dem 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls: Die Hauptstadt wird zu einem großen Open-Air-Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände. Bei über hundert Veranstaltungen an sieben Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution sind alle Besucher*innen dazu eingeladen, sich zu informieren, sich zu erinnern, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und zu feiern.

7 Tage – 7 Orte

Die Festivalwoche macht an sieben Tagen die Geschichte der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls dort erlebbar, wo sie stattgefunden hat: Diese Orte erinnern an Schlüsselereignisse beim Sturz des SED-Regimes, an die Courage der Menschen, die sich gegen die Diktatur stellten sowie an den demokratischen Aufbruch in eine neue Zeit.

Von den Formierungsprozessen der DDR-Opposition, die an der Gethsemanekirche im Fokus stehen, über die größte Protestdemonstration in der DDR am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz, bis zu den Freudenszenen der Maueröffnung am Brandenburger Tor. Dazu gehören genauso die ersten Begegnungen von West- und Ost-Berliner*innen am Kurfürstendamm. Der Bogen spannt sich über die Besetzung der Stasi-Zentrale in Lichtenberg am 15. Januar 1990, durch die der SED endgültig ihre wichtigste Machtstütze genommen wurde, bis zum wohl größten Erfolg der Friedlichen Revolution, den ersten freien Wahlen und der anschließenden Konstituierung des ersten frei gewählten Parlaments der DDR-Geschichte, der am Schlossplatz, dem heutigen Standort des Humboldt Forums, in den Blick genommen wird. Die East Side Gallery steht schließlich für den symbolträchtigen Akt der kulturellen Aneignung.

Großflächige 3D-Videoprojektion inszenieren die Orte

Diese Orte und deren markante Gebäude werden während der Festivalwoche auf besondere Weise inszeniert. Großflächige 3D-Videoprojektionen aus historischen Bildern, Animationen und Sound-Effekten reproduzieren die Atmosphäre der jeweiligen Orte und die Stimmung der Menschen von damals und erzählen Geschichte und Geschichten dort, wo sie geschahen. Sechs der sieben Originalschauplätze werden an jedem Tag der Festivalwoche nach Anbruch der Dunkelheit bis spät in die Nacht multimedial inszeniert und erfahrbar gemacht. So werden beispielsweise auf dem Alexanderplatz die Wünsche, Hoffnungen und Forderungen hunderttausender Demonstrant*innen erlebbar, die hier am 4. November 1989 selbstbewusst der SED-Führung die Stirn boten. Am Humboldt Forum wird die historische Fassade des ehemaligen Palasts der Republik wieder sichtbar und die wichtigen Stationen und Ereignisse auf dem Weg zu einer demokratischen DDR beleuchtet.

Die Ausstellungen

Open-Air-Ausstellungen nehmen an den sieben Orten die geschichtlichen Hintergründe der Ereignisse von 1989/90 in den Blick und stellen sie in Texten und Bildern dar. An den Originalschauplätzen können alle Besucher*innen über den gesamten Festivalzeitraum in die Geschichte von damals eintauchen. Greifbar wird dies durch die Berichte von Zeitzeug*innen: In einem umfangreichen Interviewprojekt wurden ihre Geschichten gesammelt und aufbereitet, um in Form von Zitaten und Hörstationen eine Vielfalt an Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Über die Stadt verteilt entsteht so eine Ausstellung, die alle Orte miteinander in Beziehung setzt und die Vielfältigkeit der Themen widerspiegelt: vom Geschehen vor Ort bis zu den welt- und europapolitischen Kontexten, von der langen Geschichte des Widerstands gegen die kommunistischen Diktaturen bis zur Rolle der Westmedien beim Mauerfall, von den vielfältigen Brüchen und Transformationen der 1990er-Jahre bis zu migrantischen Perspektiven.

Das Festivalprogramm

Über den gesamten Festivalzeitraum werden alle sieben Orte an sieben Tagen mit einem abwechslungsreichen Programm aus weit über einhundert Veranstaltungen gestaltet. Dazu zählen zahlreiche Konzerte verschiedener Genres, etwa „Mauern werden einstürzen“ von Patti Smith und Tony Shanahan in der Gethsemanekirche, die bereits einen Tag zuvor mit ihrem Programm „Erinnerung“ im Pierre Boulez Saal auftreten. Weitere Konzerte spielen etwa Die Seilschaft oder die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot. Theaterstücke wie „Krokodil im Nacken“, eine Inszenierung für Jugendliche und Erwachsene nach dem Buch von Klaus Kordon, oder „Die Schwäne vom Schlachthof“ eine Kooperationsveranstaltung mit dem Maxim Gorki Theater, sind ebenfalls zu sehen.

Darüber hinaus: Viele Workshops, Filmreihen, Lesungen, Zeitzeug*innengespräche und Diskussionen mit Journalist*innen, Historiker*innen und Politiker*innen sowie Führungen durch die Stadtgeschichte — ein Programm für eine Geschichte, so vielfältig wie die Stimmen, die sie erzählen. Im weiteren Verlauf finden Sie auf dieser Website das vollständige Programm in einem umfangreichen Veranstaltungskalender.

Der Abend des 9. November

Der Abend des 30. Jahrestags des Mauerfalls wird mit einer großen Bühnenshow am Brandenburger Tor gefeiert: Die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim eröffnet das Programm, das durch Akteur*innen der Friedlichen Revolution, Zeitzeug*innen, Musiker*innen, Performer*innen und Menschen, die auch heute Haltung zeigen und Mut machen, gestaltet wird. WestBam leitet am Brandenburger Tor in die Europäische Clubnacht der Berliner Clubcommission über, die in 27 Clubs in ganz Berlin gefeiert wird.

Die Mauer in 3D: MauAR

Die innovative Augmented-Reality-App MauAR visualisiert die Teilungsgeschichte an der Berliner Mauer von 1961 bis 1989. Die Nutzer*innen sehen ein originalgetreues 3D-Modell der Berliner Mauer im Kamerabild des Smartphones oder Tablets. Mit Text, Audio und Video wird die Mauer auf ihrer einstigen Länge von etwa 160 Kilometern erlebbar. In fünf Sonder-Episoden werden zudem anlässlich der Festivalwoche die Geschehnisse an den Originalschauplätzen nacherzählt. So kann man beispielsweise auf dem Alexanderplatz an der Demonstration vom 4. November 1989 virtuell teilnehmen. MauAR gibt es kostenlos unter www.mauar.berlin.

„Ihre Vision im Himmel über Berlin“

Hunderttausende haben während der Friedlichen Revolution mutig ihre Stimme erhoben und zum Fall der Mauer beigetragen. In Anlehnung an die Transparente, die bei den Demonstrationen der Friedlichen Revolution getragen wurden, sind alle Berliner*innen und Gäste dazu eingeladen, ihre eigenen Botschaften, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft oder auch ihre Erinnerungen an die Vergangenheit zu teilen. Diese speziellen Bänder werden zu einer großen Kunstinstallation, einem sogenannten Skynet von Patrick Shearn, Poetic Kinetics, das während der Festivalwoche scheinbar schwerelos am Brandenburger Tor schwebt. Zusätzlich gibt es auf der Projektwebsite www.mauerfall30.berlin die Möglichkeit digitale Botschaften einzusenden.

Aus Mut gemacht – Das Filmprojekt

Mut, Mauerfall, Mauern heute: Was ist die Meinung von Berliner Schüler*innen zu diesem Thema? Kurzfilme, die Kinder und Jugendliche selbst gedreht haben, werden auf der Website www.mauerfall30.berlin und im Rahmen der Festivalwoche präsentiert.

Ein Gesamtprojekt der Kulturprojekte Berlin GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stiftung Berliner Mauer, der Robert-Havemann-Gesellschaft und vielen weiteren Partner*innen, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie unterstützt von H&M und der Berliner Sparkasse.

Kontakt

Antonia Sobik, Projektkoordination 30 Jahre Friedliche Revolution - Mauerfall

Susanne Galle, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Oskar Alpen, Sponsoring und Kooperationen 30 Jahre Friedliche Revolution - Mauerfall


Für allgemeine Anfragen zur Kommunikation wenden Sie sich gerne an:

Für Zeitzeug*innenanfragen wenden Sie sich gerne an:
Dr. Monika Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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