Erst zweimal hat Berlin Geburtstag gefeiert, 1937 und 1987 – an die 750-Jahr-Feiern in der geteilten Stadt haben viele Berliner noch ganz persönliche Erinnerungen. 775 Jahre Berlin: Das war zwar kein rundes, aber dennoch ein besonderes Jubiläum. Erstmals schaute die ganze Stadt frei von ideologischem Zwang auf ihre Geschichte zurück. Berlin wurde als wiedervereinigte, weltoffene und kulturell vielfältige europäische Metropole gefeiert.

Das große Fest zum Jubiläum fand 2012 auf den Tag genau 775 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung Berlins am 28. Oktober 1237 statt. Schon damals zog es Händler, Handwerker, Glücksritter, Arbeitssuchende und Flüchtlinge magisch an. Grund genug, ins Zentrum des Jubiläums die Migrationsgeschichte Berlins zu rücken, dessen Vielfalt und Vitalität seit Jahrhunderten auf Impulsen durch Zuwanderung und kulturellen Austausch fußt. Wir enwickelten ein Gesamtkonzept, das die einzigartige Geschichte und bunte Vielfalt der Stadt verdeutlichte. Kernpunkt waren zwei große Open-Air-Projekte zu den Themen "Stadt im Mittelalter" und "Stadt der Vielfalt" sowie das "Fest zum Jubiläum" mit Feuer- und Theaterspektakel.

SPUREN DES MITTELALTERS

Obwohl vom Krieg zerstört und komplett umgebaut, finden sich inmitten der modernen Metropole noch heute Spuren des mittelalterlichen Kerns: der original erhaltene Westturm der 800 Jahre alten Nicolaikirche, die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche sowie durch Ausgrabungen entdeckte Hinweise auf mittelalterliche Handelstätigkeiten. Acht Ausstellungstürme entlang der Gruner- und Gertraudenstraße bis zum Petriplatz informierten über die einstige Doppelstadt Berlin-Cölln. Zusammen mit 500 dazugehörigen Bodentexten im SMS-Stil, erzählten sie Wissenswertes und Kurioses vom Leben in der mittelalterlichen Stadt. Flankiert von zahlreichen Führungen, Vorträgen, Film- und Musikprogrammen traf die Ausstellung den Nerv der Besucher, unabhängig von deren Alter oder Vorkenntnissen, und machte die Geschichte Berlins einem breiten Publikum erfahrbar.

STADT DER VIELFALT

Der riesige begehbare Berliner Stadtplan im Maßstab 1:775 auf dem Schlossplatz war absolutes Besucher-Highlight mit täglich rund 2500 Besuchern. Hier präsentierten wir Migrationsgeschichte als Stadtgeschichte. Authentische Schicksale und viele Fakten belegten eindrucksvoll 800 Jahre Einwanderung nach Berlin. Die immense Bedeutung der Zuwanderer für die Stadt erschloss sich spielerisch beim Flanieren. Auch die Abgründe waren dokumentiert: Ausgrenzung, Verfolgung, Verschleppung und Vertreibung. Von der Möglichkeit, eigene Geschichten zu ergänzen, machten Hunderte Gebrauch und zogen damit wiederum andere Besucher in Bann.

28. OKTOBER - FEST ZUM JUBILÄUM

Das Jubiläumssjahr endete mit einem offiziellen Festakt in Berlins ältester Pfarrkirche, der 800 Jahre alten Nicolaikirche, und einem Fest im Roten Rathaus. Zum Fest verwandelten die französischen Feuerpoeten Compagnie Carabosse den Schlossplatz und das Nikolaiviertel in ein stimmungsvolles, flackerndes Lichtermeer. Im Feuerschein flammender Skulpturen und zahlloser lodernder Tontöpfe flanierten über 100.000 Besucher über den geschichtsträchtigen Schlossplatz.

 

 

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